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Radioembolisation 19.11.2017 
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Radioembolisation


Radioembolisation (Selektive interne Radiotherapie (SIRT))


Die Radioembolisation oder selektive interne Radio-Therapie (SIRT) ist eine neuartige Behandlungsform für primäre und sekundäre Lebertumoren (d.h. Lebermetastasen und Leberzellkrebs), die sich als inoperabel bzw. nicht durch eine Chemotherapie behandelbar erwiesen haben.
Die Radioembolisation erfolgt durch Injektion von winzigen, strahlenden Teilchen über die Leberarterie (Leberschlagader). Diese 20-40 µm durchmessenden Glas- oder Kunstharzkügelchen (Mikrosphären) enthalten eine Radioaktive Substanz (Yttrium-90, ein starker β-Strahler), die nur wenige Millimeter in das (Tumor-) Gewebe strahlt. Da die Tumoren in der Regel stärker von Arterien durchblutet werden als die normale Leber ist die Konzentration im Tumor besonders hoch, in der gesunden Leber eher niedriger. Durch die mehrere Tage andauernde interne Bestrahlungstherapie (Halbwertszeit 64 Stunden) kommt es zu einem Untergang des Tumorgewebes.
Die Strahlung aus den Mikrosphären bewirkt eine Abtötung des Tumorgewebes, so dass es zu einem Rückgang der Tumorlast in der Leber kommen kann. Eine Heilung ist durch die Radioembolisation jedoch nicht zu erwarten, Ziel der Behandlung ist vielmehr eine Lebensverlängerung und Verbesserung der Lebensqualität. In Einzelfällen kann es zu einer soweit gehenden Reduktion der Tumoren kommen, dass diese durch bildgebende Verfahren nicht mehr nachweisbar sind. Im Allgemeinen wird ein Rückgang der Tumormarker als Therapie-Erfolg angenommen.

Die Radioembolisation kann angewandt werden wenn der Tumorbefall auf die Leber beschränkt ist, da keine Wirksamkeit auf Tumorzellen außerhalb der Leber besteht. Tumorabsiedelungen (Metastasen) außerhalb der Leber, beispielsweise in Lymphknoten oder der Lunge stellen somit eine relative Kontraindikation für eine Radioembolisation dar.
Damit eine interne Bestrahlungstherapie ins Auge gefasst werden kann, ist eine genaue Planung und Vorbereitung notwendig, da eine Vielzahl von Bedingungen erfüllt sein müssen. So müssen etablierte Therapieverfahren weitgehend ausgeschöpft sein, so dass andere lokale oder systemische Therapien (Chirurgie, Chemotherapie, Lokale Tumorablation (RFA, LITT)) voraussichtlich keinen Erfolg (mehr) verheißen.
Zur Vorbereitung einer SIRT Behandlung werden von uns aktuelle Schnittbilduntersuchungen wie Computertomografien (CT), Magnet-Resonanztomografien (MRT) und ergänzend PET-CT Untersuchungen zusammen mit der Krankengeschichte ausgewertet. Hierzu bitten wir um Übersendung einer ausführlichen Krankengeschichte mit Auflistung der durchgeführten Therapien und der erzielten Resultate- (ob sich ein Rückgang oder ein Fortschreiten der Erkrankung abzeichnete) sowie aktuelle Bildgebung. Es muss eine ausreichende Leberfunktion vorliegen (gemessen an Bilirubin und Leberenzymen im Blut), in der Regel darf auch kein Aszites vorhanden sein.
Anhand von eingesandten Unterlagen können wir überprüfen ob die wichtigsten Einschlusskriterien für eine SIRT erfüllt werden. Falls dies der Fall ist werden Patienten zur weiteren Vorbereitung einbestellt.
Durch eine Gefäßdarstellung (Angiografie) wird festgestellt, ob die Radioembolisation grundsätzlich bei der individuellen Gefäßanatomie durchführbar ist und ob keine Abflüsse bzw. Seitenäste zu anderen Organen bestehen. Gegebenenfalls werden diese Abflüsse (Coil-Embolisation) verschlossen, damit sie nicht zu einer (Fehl-) Embolisation in andere Organe mit schwerwiegenden Folgen (Magengeschwür, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Gallenblasenentzündung) führen. Im Anschluss soll eine nuklearmedizinische Test-Untersuchung (Szintigraphie mit Technetium99 markiertem Albumin) eine Kurzschlußverbindung (Shunt) in die Lungen auszuschließen. Zusätzlich führen wir im Rahmen des Aufenthalts eine MRT mit einem speziellen Leberkontrastmittel und gegebenenfalls auch eine ein PET-CT durch um den aktuellen genauen Ausbreitungsstatus zu dokumentieren.

Wenn sich nach Auswertung aller Befunde keine Kontraindikationen für eine Radioembolisation ergeben erfolgt im Rahmen einer stationären Behandlung die Verabreichung der Yttrium-90 Mikrosphären, ca. 1-2 Wochen nach der Vordiagnostik. Hierzu werden die Lebergefäße erneut dargestellt, eventuelle Abflüsse verschlossen und dann die Mikrosphären langsam und gezielt über einen Zeitraum von 30-60 Minuten in die Leber verabreicht. Der stationäre Aufenthalt erfolgt auf einer speziell ausgerüsteten nuklearmedizinischen Therapiestation, da im Gewebe die ausgesandte Betastrahlung in Röntgenbremsstrahlung umgewandelt werden kann, die noch außerhalb des Körpers messbar sein kann. In Abhängigkeit vom klinischen Zustand erfolgt die Entlassung in der Regel 2 Tage nach der Therapie.
Nach 6 und nach 12 Wochen und dann alle drei Monate führen wir neben den Blutuntersuchungen in unserem Hause eine MRT zur Kontrolle des Therapieerfolges durch.
Als mögliche Komplikationen sind zum einen die Komplikationen der Angiografie, wie Blutung, Bluterguss, Infektion, Allergie, Schock, Gefäßverletzung, Thrombose und Fehlembolisation zu nennen. Zusätzlich sind durch die Radioembolisation folgende Komplikationen möglich: Häufig kommt es durch die Embolisation und dem raschen Tumorzufall in der ersten Zeit (1-5 Tage) nach der Therapie zu grippeartigen Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Gliederschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Oberbauchschmerzen. Diese Befundkonstellation wird im Allgemeinen als „Postembolisations-Syndrom“ bezeichnet.
Daneben kann des zu Komplikationen durch die Bestrahlung wie Magenentzündung (Gastritis) oder Magengeschwüre (Ulcus) kommen. Sehr selten sind auch Lungenfibrosen oder Strahlenschäden an der Leber (radiogen induced liver disease RILD) beschrieben.

Sollte der Tumor im Intervall nach der Therapie wieder an Größe zunehmen, so ist in Einzelfällen auch eine erneute Radioembolisation möglich.



Prof. Dr. med. Bernhard Gebauer
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