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Geschichte der Radiologie in der deutschen Hauptstadt seit 1896 27.03.2017 

Geschichte der Radiologie in der deutschen Hauptstadt seit 1896



Eine wesentliche Feststellung sei vorangestellt:

Entdeckt wurden die Röntgenstrahlen in Berlin nicht! Dies ist eine für Berliner unerfreuliche, aber historische Tatsache.

Dennoch, wie in keiner anderen Stadt Deutschlands widerspiegelt sich in Berlin die wechselvolle Entwicklung der Radiologie, eines Fachgebiets, welches heute zu den medizinischen Fachdisziplinen mit den beeindruckendsten Innovationen zählt.

Berlin war sowohl Schauplatz glänzender Veranstaltungen mit enormem Anschub für die Entwicklung der Röntgenologie und Radiologie aber auch Ort von Krisensitutationen des Fachgebiets in den Zeiten der Kriege, der Nachkriegswirren und der bedrückenden Teilung der Stadt.

Sicherlich war es bedingt durch den Wohnsitz Kaiser Wilhelms des II. im Stadtschloss der Hauptstadt des deutschen Kaiserreichs, dass Wilhelm Conrad Röntgen am 12. Januar 1896, wenige Wochen nach der von ihm am 8. November 1895 gemachten Entdeckung, in Berlin dem Regenten über "Eine neue Art von Strahlen" berichten durfte.

Kein schicksalhafter Zufall war es allerdings, dass hier in Berlin am 11. - nach anderen Angaben auch am 18. März 1898 - die erste Röntgengesellschaft der Welt, die "Röntgenvereinigung zu Berlin" durch Max Immelmann und weitere 14 Gründungsmitglieder ins Leben gerufen wurde. "Röntgenvereinigung" wurde sie genannt, da am 23. Januar 1896 auf Vorschlag des greisen Anatomen Köllicker die zunächst als X-Strahlen bezeichneten nach W. C. Röntgen benannt wurden.
Die Berliner Röntgengesellschaft ist damit die älteste Röntgengesellschaft der Welt überhaupt.
Immelmann, ein Orthopäde, betrieb eine "Anstalt für Orthopädie und Pneumatotherapie", die mit einem Röntgengerät ausgerüstet wurde. Ein Mitbegründer der Röntgenvereinigung, Max Levy-Dorn, war Chirurg und beschäftigte sich auch mit Neurologie und Physiologie. Ab 1896 interessierte er sich für die Anwendung der Röntgenstrahlen und richtete in seiner Praxis ein Röntgenlaboratorium ein. Dies war das erste ärztlich geleitete Röntgeninstitut Berlins. Die erste in einer Klinik gelegene Röntgeneinrichtung Berlins wurde ebenfalls bereits im Jahre 1896 eingerichtet, und zwar an der Chirurgischen Klinik der Charité.

Levy-Dorns Anregungen war es zu verdanken, dass 1903 ein "Zentralinstitut für Untersuchungen und Behandlungen mit Röntgenstrahlen" im Rudolf-Virchow-Krankenhaus eröffnet werden konnte. Max Levy-Dorn wurde dessen erster leitender Arzt. Auch die anderen Gründungsmitglieder verfügten über klingende Namen, so Walter Cowl, Gustav Schütz, der Physiker Walter Wolf und Richard Eberlein, ein Veterinärmediziner. Er wurde Vorsitzender der Röntgenvereinigung und später Präsident des ersten Röntgenkongresses.

Am 4. April 1898 wurde in Berlin die erste wissenschaftliche Sitzung der Röntgenvereinigung im sogenannten medico-mechanischen Privatinstitut Immelmanns, im Blumeshof Nr. 9, später Lützowstr. 72, abgehalten. Weitere Veranstaltungen folgten in der Ziegelstraße 10/11 im sogenannten Langenbeck-Haus, das im Jahre 1892 von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie errichtet wurde. In diesem Haus befand sich auch seit 1906 die Bibliothek der Deutschen Röntgengesellschaft, um deren Bestandserweiterung sich vor allem Eberlein Verdienste erwarb. 1915 wurde von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie und der Berliner Medizinischen Gesellschaft das Langenbeck-Virchow-Haus in der Luisenstr. 56 erbaut. Dieses Haus diente über einen längeren Zeitraum als Veranstaltungsort der wissenschaftlichen Sitzungen der Röntgenvereinigung und nahm auch die Bibliothek auf.

Das im März 1906 seiner Bestimmung übergebene Kaiserin-Friedrich-Haus als Sitz des Zentralkomitees für die Ärztliche Fortbildung in Preußen (1901 gegründet) enthielt auch ein eigenes sogenanntes Röntgenlaboratorium. Hier bot ebenfalls bereits im Jahre 1906 Immelmann Kurse der Röntgenologie mit praktischen Übungen zu Fortbildungszwecken an.

Eine seit etwa dieser Zeit geplante Einrichtung eines Röntgenmuseums konnte allerdings erst im Juni 1910 verwirklicht werden. Museumsräume wurden im Neubau der Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärische Bildungswesen zur Verfügung gestellt, um Exponate wurde vor allem auf den Kongressen der Deutschen Röntgengesellschaft geworben.

Ein historischer Tag für die Berliner Röntgengeschichte ist sicherlich der 4. Oktober 1904. An diesem Tag beschlossen die Mitglieder der Röntgenvereinigung Berlin anlässlich der 10-jährigen Wiederkehr der Entdeckung der Röntgenstrahlen die Organisation eines Röntgenkongresses, der mit einer wissenschaftlichen Ausstellung verbunden wurde. Dieser Kongress fand statt - ausgerichtet von der Berliner Röntgenvereinigung - vom 30. April bis zum 3. Mai 1905 als "1. Deutscher Röntgenkongress". Kongressort war das Kongresslokal "Ressource zur Unterhaltung" in der Oranienburger Str. 18, am Monbijouplatz gelegen. Die Organisation des Kongresses lag in den Händen von Immelmann, der auch den Festvortrag mit dem Thema "Die Bedeutung der Röntgenstrahlen für die Medizin" gestaltete. W. C. Röntgen konnte allerdings aus Krankheitsgründen leider nicht teilnehmen.



Prof. Dr. med. Walter Reisinger

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