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CT/MRT-gestützte Punktion der Sakroiliakalgelenke 26.04.2017 
1. Was sind Spondylarthropathien?  
2. Welche Beschwerden haben die Patienten?  
3. Welche Behandlungsformen sind möglich?  
4. Mit wenigen Worten, was bedeutet Sakroiliakalgelenkspunktion?  
5. Was ist das Sakroiliakalgelenk?  
6. Was ist ein CT?  
7. Ist die Strahlendosis gefährlich?  
8. Was ist ein MRT?  
9. Welches Medikament wird verabreicht?  
10. Wie werde ich gelagert?  
11. Wie wird die Einstichstelle ermittelt?  
12. Wie ist der Behandlungsablauf?  
13. Was passiert nach der Behandlung?  
14. Können Komplikationen/Nebenwirkungen auftreten?  


1. Was sind Spondylarthropathien?  
  Bei den seronegativen Spondylarthropathien (oder: Spondyloarthritiden) handelt es sich um eine Gruppe chronisch-rheumatischer Systemerkrankungen. Hauptvertreter dieser Erkrankungsgruppe ist die ankylosierende Spondylitis (Bechterew-Erkrankung). Die Spondylarthropathien sind neben der rheumatischen Arthritis die häufigste rheumatische Erkrankungsgruppe. Zu dieser Gruppe gehören neben dem Morbus Bechterew auch die juvenile Spondylarthropathie, die reaktiven Arthritiden, die Osteoarthropathia psoriatica, Arthritis/Spondylitis bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und die undifferenzierte Spondylarthropathie. Das Manifestationsalter der Erkrankung liegt zwischen dem 20.-40. Lebensjahr, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Ein großer Teil der Spondylarthropathien ist mit dem genetischen Marker HLA-B27 assoziiert.  
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2. Welche Beschwerden haben die Patienten?  
  Zu den klinischen Gemeinsamkeiten dieser Gruppe können gehören: der entzündliche Rückenschmerz (Sacroiliitis, Spondylitis), die asymmetrische Oligoarthritis (vorwiegend die untere Extremität betreffend), entzündliche Darmerkrankungen, Psoriasis, Fersenschmerzen.  
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3. Welche Behandlungsformen sind möglich?  
  Die Behandlung der Spondylarthropathien sollte durch den Rheumatologen eingeleitet und überwacht werden und aus mehreren Komponenten bestehen. Einer der wichtigsten Bausteine ist die kontinuierliche Physiotherapie. Zusätzlich können Medikamente zum Einsatz kommen, darunter sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika, biologisch/gentechnisch hergestellte Antikörper oder Steroide (Kortison). Letztere werden bei Spondyloarthritiden besonders für die Therapie der aktiven Sakroiliitis eingesetzt und direkt in die Gelenke gespritzt.  
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4. Mit wenigen Worten, was bedeutet Sakroiliakalgelenkspunktion?  
  Als Therapie der Sakroiliitis kann die Sakroiliakalgelenkspunktion zum Einsatz kommen. Mit Hilfe einer Nadel wird durch die Haut in das Sakroiliakalgelenk gestochen und in das Gelenk ein Depot-Glukokortikoid injiziert. Die Behandlung findet unter CT-Kontrolle statt, d.h. die Lage der Nadel wird ständig kontrolliert.  
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5. Was ist das Sakroiliakalgelenk?  
  Das Sakroiliakalgelenk wird auch als Kreuzbein-Darmbein-Gelenk bezeichnet. Es ist ein straffes Gelenk, welches sich zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und dem oberen Teil des Hüftbeins (Os ilium) befindet. Zwischen beiden Knochen befindet sich ein schmaler Spalt, der so genannte Gelenkspalt. Die Gelenkflächen, welche die Grenzen des Spaltes darstellen, haben eine leicht höckrige Oberfläche, die mit Faserknorpel überzogen ist. Bei der Sakroiliitis zeigen sich hier die entzündlichen Veränderungen. Innerhalb des Gelenkes befinden sich Bänder (Ligamenta sacroiliaca), welche vom einem zum anderen Knochen ziehen und dadurch das Gelenk zusammenhalten. Diese müssen bei der Punktion durchstochen werden.  
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6. Was ist ein CT?  
  CT ist die Abkürzung von Computer-Tomographie. Es handelt sich hierbei um ein spezielles Röntgenverfahren, das Querschnittbilder verschiedener Körberabschnitte anfertigt.
Mittels einer Röntgenröhre und Blenden wird ein schmaler Röntgenstrahl (Fächerstrahl) erzeugt. Dieser durchdringt die gewünschte Körperstelle. Die Röntgenstrahlen werden durch die unterschiedlichen Strukturen (z.B. Haut, Fett, Muskel, Knochen etc.) unterschiedlich stark abgeschwächt. Genau gegenüber der Röntgenröhre befinden sich Sensoren (Detektoren), welche die abgeschwächten Signale empfangen und einem Computer zur Auswertung weiterleiten.
Während der Sakroiliakalgelenkspunktion wird die CT-Durchleuchtung eingesetzt. Dabei rotiert die Röntgenröhre, ohne dass die Liege automatisch verschoben wird. Der Tisch kann vom Untersucher frei manövriert werden. So kann man in Echtzeit die Lage der Nadel kontrollieren.
 
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7. Ist die Strahlendosis gefährlich?  
  Nein. Die CT-Aufnahmen werden mit dem low-dose Verfahren aufgenommen, d.h. dass die Aufnahmen mit sehr geringen Röntgendosen (25 mAs, z.T. auch weniger) angefertigt werden.
Zum Vergleich: Bei diagnostischen CTs werden z. B. vom Brustkorb 150 mAs oder vom Bauchraum 200 mAs (oder auch mehr) verwendet.
 
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8. Was ist ein MRT?  
  Die Magnetresonanztomographie (MRT) kann nicht nur verwendet werden, um hochaufgelöste Bilder der Wirbelsäule und der Gelenke anzufertigen, sondern moderne Geräte in offener Bauweise erlauben es auch, Patienteneingriffe zu verfolgen und so zu einer höheren Genauigkeit der Behandlung zu führen. Dabei kann auf ionisierende Strahlung (wie beim CT) verzichtet werden. Unser modernes MRT-Gerät Panorama der Firma Philips verfügt über eine Feldstärke von 1,0 Tesla und bietet somit die maximal verfügbare Bildqualität für Eingriffe an der Wirbelsäule und den Sakroiliakalgelenken.  
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9. Welches Medikament wird verabreicht?  
  In das Sakroiliakalgelenk wird ein kristallines Depot-Glukokortikoid injiziert. Das Glukokortikoid wird über längere Zeit aus diesem Kristall gleichmäßig freigesetzt. Die langsame Freisetzung wird erreicht, indem das Medikament als schwerlösliches Salz vorliegt, d.h. es ist z.B. an Natrium gebunden.  
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10. Wie werde ich gelagert?  
  Da der Arzt von hinten in das Gelenk einsticht, werden Sie in Bauchlage auf dem CT-Tisch gelagert. Um einen optimalen Winkel für die Behandlung zu gewährleisten wird Ihnen eine gepolsterte Unterlage unter die Bauch-/Beckenregion geschoben. Somit liegen Sie mit dem Oberkörper etwas nach vorn/ unten gebeugt auf dem CT-Tisch.   
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11. Wie wird die Einstichstelle ermittelt?  
  Nachdem Sie sich auf den CT-Tisch gelegt haben, wird Ihnen hinten auf dem Rücken mit Hilfe eines Pflasters eine Draht-Markierung befestigt. Diese ist auf dem CT-Bild zu erkennen und dient dazu, die Einstichstellen mit Hilfe eines Computers auszurechnen. Diese werden dann mit Hilfe eines hautfreundlichen Filzstiftes markiert.
Nachdem der Draht befestigt wurde, wird nun die Sakroiliakalregion mit Hilfe des CTs gescannt. Sie werden von der Röntgenassistentin gebeten auszuatmen und einige Sekunden die Luft anzuhalten.
Es werden ungefähr 10-20 Aufnahmen der Region angefertigt. Die Daten werden an den Computer übermittelt und Ihr behandelnder Arzt ermittelt die Einstichstellen.
 
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12. Wie ist der Behandlungsablauf?  
  Nachdem der Arzt sich ein Überblick über das zu punktierende Gebiet verschafft hat, wird die betreffende Stelle desinfiziert. Um keine unnötigen Schmerzen zu erzeugen, wird mit Hilfe eines Lokalanästhetikums die Haut und das darunter liegende Fettgewebe/ Muskulatur betäubt. Dies kann mit einem kurzzeitigen Brennen verbunden sein. Nach einigen Minuten vergewissert sich der Arzt bei Ihnen, ob Sie an der Stelle noch Schmerzen verspüren oder nicht. Mit Hilfe eines Skalpells wird nun ein circa 3 mm kleiner Schnitt in die Haut gesetzt, dies erleichtert den Einstich der speziellen Nadel. Die Nadel ist zwischen  15-20 cm lang und hat einen Durchmesser von 1,4 mm. Diese wird nun langsam in Richtung Sakroiliakal-Gelenk geschoben. Während der Behandlung werden weitere CT-Bilder angefertigt, damit der Arzt sich orientieren kann, in welcher Lage sich die Nadel befindet und ggf. den Winkel verändert.
Wenn der Arzt mit der Nadel den Gelenkspalt erreicht hat, wird das Depot-Glukokortikoid injiziert, danach wird die Nadel entfernt.
 
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13. Was passiert nach der Behandlung?  
  Im Anschluss an die Behandlung wird empfohlen, eine einstündige Ruhezeit einzuhalten. Für diesen Zweck stehen Liegen bereit, auf denen Sie sich erholen können. Sie sollten dabei auf dem Rücken liegen. Die Rückenlage dient dazu eventuelle Hämatome (blaue Flecken) zu vermeiden bzw. zu minimieren.  
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14. Können Komplikationen/Nebenwirkungen auftreten?  
  Wie bei jeder Operation kann es auch hier zu Nebenwirkungen kommen. Z.B. kann sich an der Einstichstelle ein blauer Fleck (Hämatom) bilden. Des Weiteren kann es zu Infektionen in dem behandelten Gebiet kommen, die Gefahr wird jedoch durch das sterile Vorgehen minimiert. Es werden nur Einmal-Materialien verwendet.
Da das Glukokortikoid in das Gelenk injiziert wird und in der Depot-Form vorliegt, ist mit den typischen Nebenwirkungen der Kortikoide, wie z.B. das Cushing-Syndrom nicht zu rechnen. Es kann jedoch ein geringer Teil des Kortikoids in den Blutkreislauf gelangen. Hier kann es bei Diabetikern zu Störungen des Glukosehaushaltes kommen, bzw. Frauen können Unregelmäßigkeiten der Menstruation für einen kurzen Zeitraum bemerken.
 
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