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Eberhard S. (05.12.05 - 24.03.06) 23.11.2017 

Eberhard S.




05.12.05 - 24.03.06


Da ich schon seit längerem zwischen Neurologie und Radiologie als Berufswunsch schwankte und in der Neurologie Doktorarbeit mache, beschloss ich, mir die Radiologie im PJ noch einmal genauer anzusehen. Außerdem hatte ich nach sechs Jahren Studium immer noch nicht das Gefühl, Röntgenstandarduntersuchungen wie die Thoraxaufnahme, die einem immer und überall begegnen kann, bewerten zu können. Das sollte sich ändern!

Nach vier Monaten Dienstleistung für andere Disziplinen ohne Patienten und nur mit schwarz-weißen Bildern in dunklen Räumen, so dachte ich mir, würde ich schon wissen ob die Radiologie für mich in Frage kommt - für das gesamte Berufsleben. 

Und das war auch richtig so – denn jetzt ist mir klar, dass es für mich Radiologie sein muss! Und das nicht nur, weil die eben genannten Vorurteile nicht stimmen; es gibt durchaus Fenster, manche sogar mit einem Superausblick und man hat an vielen Arbeitsplätzen mit Patienten Kontakt. Und wer einmal bei Angiographien mit Stent-Implantationen oder gar bei Basilaris-Lysen zugesehen hat, der wird nicht mehr behaupten, dass Radiologen nicht therapieren würden. Ansonsten besteht die Hilfe für den Patienten in der akkuraten Diagnostik, die den Weg ebnet für die bestmögliche Therapie.

Was mir an der Radiologie so gefallen hat, ist die Tatsache, dass man mit dem gesamten Spektrum der Medizin zu tun hat. Von orthopädischen Anfragen zu Fußdeformitäten über Chirurgie, Traumatologie, weiter über die gesamte innere Medizin bis hin zu den Neurowissenschaften sind alle Organe und Fragestellungen vertreten.

Für die PJler gibt es drei Pflichtstationen. Das sind mit je drei bis vier Wochen Röntgen Thorax, Röntgen Knochen (beides findet im so genannten „Kern“ statt, der Abteilung für konventionelle Röntgendiagnostik) und das CT.

Dabei sieht der Tagesablauf folgendermaßen aus. Nach einer interessanten Fallvorstellung um 7:30 und nach (mehr oder weniger) regelmäßigen Assistententeachings oder Vorträgen geht es los mit der eigentlichen Arbeit. Diese besteht im Kern für die PJler im Befunden von den ambulanten Röntgenbildern. Dabei bleibt durchaus Zeit für einen Kaffee und die Lektüre von Fachliteratur. Letzteres ist auch wirklich zu empfehlen, denn bereits ab dem zweiten Tag wurde ich zum Schreiben eigener Befunde aufgefordert. Sehr positiv hervorzuheben ist, dass man bei Unsicherheiten immer ein offenes Ohr bei den Assistenten fand und das trotz deren immensen Arbeitsbelastung. Stets hatte man das Gefühl ernst genommen und willkommen zu sein. Die eigene Mitarbeit wurde geschätzt, was ja nicht auf jeder Station selbstverständlich ist. Somit machte es Spaß sich zu engagieren.

Am Thoraxplatz frischte ich mein Wissen in der Inneren Medizin wieder gehörig auf und wurde langsam etwas sicherer darin, ein Röntgenbild zu deuten. Erst mit der Zeit bekam ich eine Vorstellung davon, was normal und was pathologisch ist. Und das ist vielleicht der größte Vorteil. Ich will nicht sagen, dass ich nach vier Wochen perfekt Röntgenbilder befunden kann, aber ich weiß jetzt wenigsten ziemlich sicher, ob ein Thoraxbild normal ist oder nicht. Jeden Nachmittag gab es eine Supervision durch den Oberarzt, die immer einem kleinen Teaching gleich kam. Stets bemühten sich die Oberärzte zuerst uns PJler zu supervidieren, damit wir einigermaßen pünktlich fertig wurden.

Am Knochenarbeitsplatz ging es um das große Spektrum der orthopädischen, traumatologischen und rheumatologischen Krankheitsbilder. Auch hier war wieder etwas fachliche Wiederholung und die Lektüre eines Knochenradiologiekapitels nötig, denn ich schrieb auch hier ab dem zweiten Tag eigene Befunde. Erfreulicherweise konnte ich auch einen Tag in der Rettungsstelle ableisten und sah dort einen interessanten Mix aus kleinerer Traumatologie und Bettlungen.

Nach acht Wochen wechselte ich dann in die Neuroradiologie, meiner Wahlstation. Das sollte meinen Berufswunsch prägen. Hier hatte ich das Glück mit sehr netten Kollegen und einem angenehmen und äußerst kompetenten Chef, Herrn PD Dr. Klingebiel zusammenarbeiten zu dürfen. Ich legte Zugänge, klärte Patienten auf, war bei den Angiographien, CTs, CT-Angiographien und vor allem den MRT-Untersuchungen dabei, wenn entschieden wurde, welche Sequenzen zur bestmöglichen Beantwortung der Fragestellung zu wählen waren. Auch hier wurde das eigenständige Schreiben von Befunden gefördert, obwohl Aufgrund der Komplexität nicht ganz einfach. Viel Zeit wurde auf die aufwändige Erstellung von 3D-Rekonstruktionen zur besseren Verdeutlichung der Befunde verwendet. Es ist absolut faszinierend was heutzutage alles an Bildgebung möglich ist. Da es in Mitte eine große Neurologie gibt, mangelte es weder an zahlreichen Aufträgen noch an interessanten Fällen.

Als letzte Station ging ich in die CT-Abteilung von PD Dr. Rogalla. Auch hier ging es ordentlich zur Sache. Schon am ersten Tag wurde von uns PJlern das Schreiben von Befunden erwartet und ich bekam das Kontrastmittelhandy, das von diesem Punkt an nie mehr länger als 5 Minuten still stehen sollte. Immerzu gab es Kanülen zu legen, Patienten aufzuklären und bei den Untersuchungen für den Fall einer Anaphylaxie (die glücklicherweise nicht eintrat) dabei zu sein. Trotzdem wurde uns auch hier viel beigebracht und wir hatten stets die Möglichkeit bei interessanten Interventionen, wie CT-gesteuerten Punktionen dabei zu sein.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich das Tertial in der Radiologie für mich auf jeden Fall gelohnt hat und zwar unabhängig von meiner Berufsentscheidung (Neuro)Radiologe zu werden.
Ich habe hier viel gelernt, was auch für andere Fachrichtungen von Relevanz ist und kann schon aus diesem Grund nur jedem zu einer Famulatur oder einem Tertial in der Radiologie raten. Neben der Wiederholung der kompletten Anatomie habe ich unterschiedlichste Krankheitsbilder gesehen. Auch ist es ein gutes Gefühl mit Selbstvertrauen und nicht mit Furcht an ein Röntgenbild zu gehen und wenigstens einige klare Befunde zu erkennen. 

Mein Dank gilt Herrn Prof. Dr. Hamm und Herrn Lehroberarzt Dr. Enzweiler sowie im Speziellen Herrn PD Dr. Klingebiel und natürlich den Assistenten für diese angenehmen und lehrreichen Monate.


Frau Heike Giese

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