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Prof. Lehmann (2) 24.01.2018 

Emeriti am Institut für Radiologie des Universitätsklinikums Charitè

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Prof. Dr. sc. med. Rüdiger Lehmann
Langjähriger Leiter der Abteilung für Neuroradiologie am Institut für Radiologie


Die Berufung von Dozent Dr. sc. med. Rüdiger Lehmann zum außerordentlichen Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin erfolgte schließlich im September 1985 und bildete damit einen vorläufigen Höhepunkt seiner akademischen Karriere.

Wiederum auf Anregung von Prof. Liess gründete Herr Lehmann 1967 die Arbeitsgemeinschaft Neuroradiologie innerhalb der Gesellschaft für Medizinische Radiologie der damaligen DDR, war deren langjähriger Leiter oder stellvertretender Leiter und organisierte mit anderen Kollegen jährliche neuroradiologische Fachtagungen bis 1989. Diese AGNR wurde dann 1990 mit der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie der Bundesrepublik vereinigt.

Seit 1981 organisierte und leitete Herr Lehmann fünf jeweils einwöchige Fortbildungsveranstaltungen für Interessenten an neuroradiologischen Fragen aller Fachgebiete in der Akademie für Ärztliche Fortbildung in Lichtenberg.

Nach der Wende, in den stürmischen Jahren der Erneuerung und Umstrukturierung der gesamten medizinischen Fakultät, die an der Charité wesentlich schneller, einschneidender und gründlicher erfolgte als an anderen Universitäten und Hochschulen der ehemaligen DDR, hielt Prof. Dr. Lehmann die Fahne der Neuroradiologie hoch, bewies seine fachliche und politische Integrität und wurde deshalb im Januar 1992 durch die amtierende ärztliche Direktorin, Frau Prof. Dr. Ingrid Reisinger, zum Leiter der Abteilung Neuroradiologie - nunmehr eine von zwei Abteilungen des Instituts für Radiologie - ernannt.

Prof. Lehmanns Abteilung wurde dabei neu konzipiert und aus den bisherigen Abteilungen Neuroradiologie und "Neurotomographie" der Nervenklinik zusammengesetzt. Letztere enthielt im Wesentlichen die Computertomographie seit 1978 und die MRT seit 1987, die zuvor aus ideologischen, für uns heute nicht mehr nachvollziehbaren Gründen aus der Neuroradiologie ausgegliedert worden waren.

Somit erreichte das neue Institut für Radiologie mit der Strukturierung zweier Abteilungen den vorläufigen Höhepunkt einer sinnvollen Zentralisation gegenüber dem früheren Zustand vieler über die Kliniken verteilter, zersplitterter radiologischer Departements.

Betrachtet man die wissenschaftliche Tätigkeit von Prof. Lehmann, so wird man mit Hochachtung die Zahlen seiner wissenschaftlichen Vorträge und Publikationen zur Kenntnis nehmen. Allein 365 Vorträge und 157 Publikationen, davon 5 Buchbeiträge, weisen seine Aktivität aus. Auch wenn dabei zu beachten ist, dass ein großer Teil der Publikationen lediglich in DDR-eigenen Zeitschriften erscheinen durfte und deshalb eine internationale Ausstrahlung nicht in dem gewünschten Ausmaß erfolgte, sind seine wissenschaftlichen Arbeiten als wesentliche Beiträge für die Entwicklung des Fachgebietes bekannt geworden; hier seien genannt die Themen der Luftmyelographie, insbesondere der Tomopneumomyelographie, der Katheter-Vertebralisangiographie und insbesondere deren venöser Phase für die Tumordiagnostik vor der CT-Ära, der KM-Myelographie kombiniert mit CT-Diagnostik seit 1978, der selektiven spinalen Angiographie bei AVM und AVF und seit 1986 der interventionellen neuroradiologischen Therapie, so beispielsweise der lokalen intraarteriellen Thrombolysetherapie beim akuten Schlaganfall sowie der perkutanen transluminalen Angioplastien und Embolisationstechniken.

Wohl wissend, dass eine Verweigerung der Mitarbeit in der Staatspartei der DDR, der SED, nur eine Entwicklung bis höchstens in die zweite Ebene der Leitungstätigkeit ermöglichte, blieb Prof. Lehmann seinen Prinzipien treu und ging den schwierigen Weg der erhöhten qualitativen fachlichen Leistung ohne Partei-Mitgliedschaft.

Immerhin waren seine Leistungen als Arzt und Wissenschaftler Anlass, ihm noch zu DDR-Zeiten Studienaufenthalte auch in den Ländern des "NSW", des nicht-sozialistischen Wirtschaftsgebiets, wie das westliche Ausland damals in der DDR bezeichnet wurde, zu ermöglichen. Einzelne Hospitationen und neuroradiologische Kongresse in Stockholm, Göteborg, Lund, Aachen und Straßburg erweiterten seinen fachlichen Horizont und brachten neue Impulse für die eigene wissenschaftliche Tätigkeit.

Seit 1964 zunächst in fakultativen, später obligatorischen Seminaren für Röntgendiagnostik tätig, verdanken viele Studenten, Facharztkandidaten und Radiologen Herrn Prof. Dr. Lehmann eine fundierte Ausbildung, Weiterbildung und Fortbildung.

Vielleicht ist es auch angebracht, einige Worte zu dem Menschen Rüdiger Lehmann zu sagen. Bedingt durch die Exklusivität seiner Fachrichtung und die meist nur geringe Zahl von qualifizierten Mitarbeitern musste Herr Lehmann häufig als Einzelkämpfer die Interessen der Neuroradiologie sowohl gegenüber der Klinik als auch der Administration vertreten. Dazu braucht es neben überzeugenden Argumenten auch ein gewisses Maß an Durchsetzungsfähigkeit. Prof. Lehmann hat sich diese Eigenschaft im Laufe seines Berufslebens aneignen müssen. Ist er von einer Sache überzeugt, verfolgt er seine Vorstellungen mit einer Beharrlichkeit, die mitunter unbequem sein kann. Aber vielleicht muss man so sein, um im Interesse der Sache zu einem vernünftigen Kompromiss zu gelangen.

Entscheidend war, dass die angestrebten Ziele der Entwicklung der Radiologie, der Profilierung des Fachgebiets Neuroradiologie und letztlich dem Wohle der uns anvertrauten Patienten dienten. Dies erreicht zu haben, kann man Herrn Prof. Lehmann ohne jeden Zweifel bestätigen.

Die Leitung und die Mitarbeiter des Instituts für Radiologie bedanken sich bei Herrn Prof. Lehmann für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit an der Charité und wünschen ihm für seinen verdienten Ruhestand Gesundheit, weiterhin waches Interesse an unserem Fachgebiet und an den vielen anderen schönen Dingen des Lebens, denen sich Prof. Lehmann während seiner beruflichen Tätigkeit sicher nicht so intensiv widmen konnte, wie er es eigentlich wollte.


Walter Reisinger


Prof. Dr. med. Walter Reisinger
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