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Details zur Brachytherapie 20.11.2017 

CT-gesteuerte interstitielle Brachytherapie

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Kurzfassung

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Therapie- planung

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Therapie- planung, Fall 1

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Therapie- verlauf

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Therapie- verlauf, Fall 2

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Kontakt

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Die Brachytherapie ist eine spezielle Form der Strahlentherapie, bei der die Strahlenquelle innerhalb oder in unmittelbarer Nähe des Zielgebietes im Körper des Patienten platziert wird. Bei unserer Technik wird computertomographisch (CT) gesteuert die Metastase oder der Primärtumor punktiert und anschließend eine dünnes Plastikröhrchen (Schleuse) eingebracht, über die die Strahlenquelle dann entsprechend in das Zielorgan vorgeführt wird. Vorteil dieser Art von lokaler Strahlentherapie ist, dass die Gesamtbelastung für den Körper und die umliegenden Organe sehr gering ist, jedoch das Zielgewebe mit einer sehr hohen und somit sehr effektiven Dosis bestrahlt werden kann.

Für Patienten mit nichtresektabler, metastasierter Grunderkrankung oder primären hepatischen oder pulmonalen Tumoren, welche auf die Leber oder die Lunge beschränkt sind, ist die interstitielle Brachytherapie eine interessante Therapieoption. Das Ziel der Therapie ist die komplette Ablation und somit Destruktion der Tumorzellen und zumindest die Erreichung einer lokalen Tumorkontrolle, d.h., dass die Metastasen oder Tumore auch ohne Chemotherapie nicht weiter wachsen und nicht metastasieren. Ein ähnlicher Therapieansatz ist die lokale Hitzedestruktion der Tumorzellen z. B. mittels Radiofrequenzablation (RFA) oder Laserinduzierter interstitieller Thermotherapie (LITT). Gegenüber den thermischen Verfahren hat die Brachytherapie jedoch den Vorteil, dass sensible benachbarte Strukturen (z.B. Gallengänge oder Gefäße) durch die Brachytherapie nicht in dem Maße geschädigt werden, so dass auch größere Tumore und Tumore an sensiblen Lokalisationen gut und komplikationsarm mit dieser Methode behandelt werden können.

Im Vergleich zum Tumorgewebe ist die Toleranzdosis des Leber- und Lungenparenchyms sehr hoch, so dass eine sehr hohe therapeutische Effizienz mit der perkutanen Brachytherapie erreicht werden kann, ohne dass es in der Regel zu einer Beeinträchtigung der Leberfunktion kommt.

Die der Brachytherapie zugrundeliegenden physikalischen und radiobiologischen Eigenschaften sind seit langem bekannt. In der Vergangenheit ist die Brachytherapie insbesondere eingesetzt worden, wenn man mit der Strahlenquelle über Körperöffnungen relativ nah an den Tumor heran kommen konnte, beispielsweise beim Gebärmutterhalskrebs.


Technische Anwendung der Brachytherapie

Die Technik der CT-gestützten Platzierung einer Schleuse und der interstitiellen Brachytherapie wurde in unserer Klinik seit 2001 entwickelt und verbessert. Die dünnen Plastikschläuche zur Einbringung der Brachytherapiequelle in den Tumor werden dabei unter Durchleuchtung in der Computertomographie (CT) eingeführt. Dabei kann auf eine Vollnarkose verzichtet werden, da bei ausreichender Schmerzmedikation dieses vom Patienten sehr gut vertragen wird. Anschießend wird der Patient in den Nuklear-OP überführt, in dem die eigentliche interne Bestrahlung (Brachytherapie) stattfindet. Bei dieser Bestrahlung applizieren wir eine relativ hohe Einzeldosis von 12-20 Gray, anschließend werden die Schleusen (Plastikröhrchen) entfernt und der Patient auf Station gebracht. Der Gesamtaufenthalt des Patienten im Krankenhaus beträgt 3-5 Tage.


Risiken und Komplikationen

Die Risiken und Komplikationen der CT-gesteuerten Brachytherapie lassen sich einteilen in die Risiken der Punktion des Tumors und in die Risiken, die durch die Bestrahlung (Brachytherapie) resultieren. Als punktionsassoziierte Komplikationen sind Blutungen mit Ausbildung eines Blutergusses, die Infektion mit Abszessbildung sowie die Verletzung von benachbarten Organen, beispielsweise Darm, Magen, Gallenwegen, Herz, Pleura bzw. Lunge zu nennen. Bei Punktionen der Pleura kann es auch zu einer Luftansammlung zwischen den Pleurablättern (Pneumothorax) kommen. In diesem Fall ist die Anlage einer Drainage (Bülaudrainage) notwendig. Die Risiken der Punktion werden durch eine intensivierte Kontrolle der Blutgerinnungswerte, als auch durch eine schonende, computertomographisch gestützte Punktion minimiert. Dabei wird die Seldingertechnik zur Applikation der Schleusen verwandt, welche die Punktion mit einer sehr dünnen und somit komplikationsarmen Nadel erlaubt.

Als Risiken der Bestrahlungstherapie sind eine Magenentzündung (Gastritis) oder ein Magengeschwür (Ulcus) zu nennen. Bei zu hoher Dosis im Bereich der Gallengänge kann es zu einer Einengung des Gallengangs (Gallengangsstriktur) kommen. Darüber hinaus sind die Haut und das Rückenmark sehr strahlenempfindlich. Die Risikoorgane werden bei der Planung der internen Bestrahlungstherapie (Brachytherapie) eingezeichnet und sichergestellt, dass entsprechende Schwellendosen nicht überschritten werden. Sollte zu viel Leberparenchym während der Therapie mitbestrahlt werden, so kann es zu einer vorübergehenden (passageren) oder dauerhaften (permanenten) Einschränkung der Leberfunktion kommen. Auch dieses Risiko wird mittels exakter Planung der Bestrahlung sowohl der Dosis als auch der Lokalisation und des Bestrahlungsvolumens deutlich reduziert.


Ergebnisse und Daten

Unsere bisherigen Daten zeigen, dass Einzeitbestrahlungen des Tumors mittels CT-gesteuerter interstitieller Brachytherapie von 12-20 Gray eine lokale Tumorkontrolle in 87% nach 6 Monaten erreichen können. In einer Analyse von 200 kolorektalen Lebermetastasen, welche mit interstitieller Brachytherapie bis 25 Gray behandelt wurden, konnte bei einem Metastasendurchmesser von 1-11 cm (median 4 cm) eine lokale Tumorkontrolle in 96% der Fälle nach 12 Monaten festgestellt werden. Schwerwiegende Komplikationen konnten in 2% der Fälle in Form von transfusionspflichtigen Blutungen festgestellt werden.

CT-gesteuerte Brachytherapie von Lungenmetastasen und primären Lungenmalignomen zeigte ebenfalls zufriedenstellende Ergebnisse bei minimalen Komplikationen. In einer ersten Studie mit 25 Patienten und 28 Lungenmetastasen bzw. zwei Lungenkarzinomen wurden mit einer Einzeitbestrahlung als Brachytherapie von 20 Gray behandelt.
In dieser Gruppe konnten keine schwerwiegenden Nebenwirkungen der Brachytherapie festgestellt werden, als geringe Nebenwirkungen traten bei zwei Patienten radiologisch sichtbare Einblutungen in das Lungengewebe auf, jedoch ohne dass die Patienten dies bemerkten. Im Gegensatz zu den thermischen Verfahren konnte keine Destruktion der großen Lungengefäße durch die Bestrahlung festgestellt werden. Darüber hinaus können keine Langzeitschäden an der Lunge, insbesondere was die Funktion der Lunge und der Bronchien angeht, festgestellt werden.

Autoren, Text & Bilder:
Prof. Dr. med. Bernhard Gebauer,
PD Dr. med. Timm Denecke


Prof. Dr. med. Bernhard Gebauer
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