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Fragen zur Symphysenlockerung 24.11.2017 
1. Was ist eine schwangerschaftsbedingte Symphysenlockerung?  
2. Wie häufig ist diese Erkrankung?  
3. Wie macht sich das bemerkbar?  
4. Welche anderen Beschwerden können auftreten?  
5. Welche Diagnostik ist möglich?  
6. Was kann unternommen werden, wenn eine schwangerschaftsbedingte Symphysenlockerung vorliegt?  


1. Was ist eine schwangerschaftsbedingte Symphysenlockerung?  
  Die schwangerschaftsbedingte Symphysenlockerung (Symphysiolyse) ist ein vor oder während der Entbindung auftretende Lockerung der Symphyse (Symphysis pubica). Die Symphyse ist die knorpelige Verbindung beider Schambeine. Es werden dabei die Symphysenlockerung und die Symphysenruptur unterschieden. Durch beide Veränderungen wird die Stabilität der Symphyse als vordere Beckenringverbindung und das gesamte Becken gelockert. Dadurch werden auch die beiden Kreuz-Darmbein-Gelenke (Sacroiliacalgelenke) in Mitleidenschaft gezogen.  
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2. Wie häufig ist diese Erkrankung?  
  Die Symphysenruptur als schwerwiegendere Form ist eine seltene Erkrankung und tritt in etwa einer von 10.000 bis 100.000 Schwangerschaften auf. Die Symphysenlockerung kommt nach Schätzungen bei einer von 600 Entbindungen vor. Diese heilt oft ohne Diagnostik und Therapie aus und hat einen wesentlich kürzeren Schmerzverlauf.  
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3. Wie macht sich das bemerkbar?  
  Hauptsymptom sind Schmerzen im Bereich der Symphyse, welche als knöcherne Struktur dicht unter der Haut im Bereich der Schamregion gut zu tasten ist. Diese Schmerzen können bereits vor der Entbindung beginnen und kontinuierlich zunehmen. Häufig treten Beschwerden aber erst während der Entbindung mit einem plötzlich einschießenden Schmerz auf. Die Beschwerden können auch bis in die Leistenregion ausstrahlen oder ausschließlich dort lokalisiert sein. Nach der Entbindung verschlimmern sich die Schmerzen bei Belastung oder sind so stark, dass die Patientin nur liegen und nur mit größter Mühe laufen kann.  
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4. Welche anderen Beschwerden können auftreten?  
  Da auch die beiden anderen Beckenringverbindungen, die beiden Kreuz-Darmbein-Gelenke, in Mitleidenschaft gezogen werden können, sind Beschwerden im Bereich des Kreuzbeines nicht selten und gehören mit zum Beschwerdebild. Diese Beschwerden werden teilweise als Rückenschmerzen empfunden und können auch stärker, als die von der Symphyse ausgehenden Schmerzen sein.  
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5. Welche Diagnostik ist möglich?  
  An erster Stelle steht die klinische Untersuchung durch den Geburtshelfer. Ergänzend können Röntgendiagnostik, Ultraschall oder Kernspintomographie zur Anwendung kommen.
Durch spezielle Röntgenaufnahmen der Symphyse im Zweibein- und Einbeinstand können sowohl ein vermehrter Abstand der beiden Schambeine als auch eine funktionelle Lockerung der Symphyse diagnostiziert werden. Diese Methode geht allerdings mit einer Strahlenexposition einher und kann die wichtigen Knorpelstrukturen und Bänder sowie das Knochenmark nicht darstellen. Ebenso sind Veränderungen der Kreuz-Darmbein-Gelenke nicht darstellbar. Die gelegentlich durchgeführte Beckenübersichtsaufnahme ist bei der Frage nach Symphsenlockerung ohne diagnostischen Wert.
Die Ultraschalldiagnostik kann direkt am Krankenbett angewendet werden. Beurteilbar sind die Weite des Symphysenspaltes und ggf. abnorme Beweglichkeit der Schambeine. Nicht beurteilt werden können das Knochenmark und die Kreuz-Darmbein-Gelenke. Die Methode ist frei von ionisierender Strahlung, jedoch von der Erfahrung des Untersuchers abhängig.
Die Kernspintomographie ist eine sehr aufwendige Untersuchungsmethode ebenfalls ohne Röntgenstrahlung. An unserem Institut ist sie aus folgenden Gründen die Methode der Wahl bei der Frage nach Symphysenlockerung: Durch eine spezielle Darstellungstechnik kann in ca. 10 Minuten der gesamte Beckenring dargestellt und sämtliche Fragen geklärt werden. Dargestellt werden Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme) im Knochenmark, häufig der einzige bildgebende Befund, und Einriss oder Abriss der knorpeligen Symphysenscheibe. Auch diskrete Veränderungen der Kreuz-Darmbein-Gelenke werden abgebildet.
 
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6. Was kann unternommen werden, wenn eine schwangerschaftsbedingte Symphysenlockerung vorliegt?  
  Die Entscheidung über die erforderliche Therapie erfolgt in Abhängigkeit vom Beschwerdebild und ggf. den bildgebenden Befunden. Gemeinsam entscheiden die Geburtshelfer und Orthopäden oder Ärzte für Rehabilitation und physikalische Medizin. Der wichtigste Schritt ist zunächst die Stabilisierung des Beckenringes. Diese kann sehr einfach mit einem sogenannten Beckengurt erfolgen, der die Darmbeine zusammendrückt. Dadurch erfolgt die Entlastung und Schmerzlinderung. Zusätzlich empfehlen sich folgende physikalische Maßnahmen: eine spezielle Wärmetherapie, Langwellenbehandlung, Iontophorese mit Diclofenac-Gel sowie eine spezielle Beckenbodengymnastik zur muskulären Stabilisierung. Diese Therapiekombination hat sich nach unserer Erfahrung sehr bewährt. Sehr selten ist eine operative Stabilisierung der Symphyse durch einen Orthopäden erforderlich.  
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