MRT des weiblichen Beckens

Die MRT (Magnetresonanztomographie) ist die beste Methode für die Darstellung der Organe des Beckens, zur Beurteilung gutartiger Veränderungen wie einer Adenomyosis oder Leiomyomen und zur Abbildung der Ausdehnung bösartiger Tumoren, wie Gebärmutterkrebs oder Gebärmutterhalskrebs.

Sie wird auch zur Beurteilung von Raumforderungen der Eierstöcke empfohlen und kann vor der Operation einer Endometriose zusätzliche Informationen über die Ausdehnung liefern.

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Ablauf der MRT

Die Bildentstehung bei der MRT basiert auf Magnetfeldern und hat nach heutigem Erkenntnisstand keine Nebenwirkungen. Hindernisse für die Durchführung einer MRT bestehen, wenn die Patientin einen Herzschrittmacher, eine mechanische Herzklappe oder ein Innenohrimplantat trägt.

Wenn es um die Abklärung zyklusabhängiger Beschwerden beziehungsweise die Beurteilung einer Endometriose geht, sollte der Untersuchungstermin mit dem Zyklus abgestimmt werden.

Die Patientin darf am Tag der Untersuchung eine leichte Mahlzeit einnehmen und wir empfehlen einen Toilettengang kurz vor der eigentlichen Untersuchung, für die zwischen 30 und 50 Minuten eingeplant werden müssen. In den meisten Fällen empfehlen wir die Gabe eines Medikaments zur Beruhigung des Darms, Buscopan genannt, vorausgesetzt. Die Patientin sollte nach der MRT nicht selbst Auto fahren und hat kein Engwinkelglaukom. Abhängig von der Fragestellung kann eine Kontrastmittelgabe notwendig sein, für die die Patientin eine Venenverweilkanüle erhält.

Die Gebärmutter

Die Gebärmutter heißt im lateinischen Uterus, griech. metra/hystera. Es ist das weibliche Organ, in dem die ungeborenen Kinder heranreifen. Sie besteht aus einem muskulären Gebärmutterkörper, in den die beiden Eileiter münden und verjüngt sich zum Gebärmutterhals, der in die Scheide ragt. 

Angeborene Fehlbildungen der Gebärmutter

Sie entstehen durch eine Störung in der Entwicklung der Gebärmutter beim Ungeborenen (Embryo). Sie können abhängig von der Art der Fehlbildung vollkommen symptomfrei bleiben, aber auch zu Störungen im Blutungszyklus, zu Unfruchtbarkeit oder Komplikationen in der Schwangerschaft führen.

Eher selten tritt das vollständige Fehlen der Gebärmutter auf. Gelegentlich kommt es zu einer Unterentwicklung einer der beiden Gebärmutteranlagen und somit zu einem Uterus unicornis.

Häufiger kommt es zu Störungen in der Verschmelzung der beiden Gebärmutteranlagen, die in der Maximalvariante in der kompletten Doppelanlage, dem Uterus didelphus der Gebärmutter besteht.

Bildgebende Methode der Wahl zur Beschreibung der angeborenen Fehlbildungen und zur Beurteilung der übrigen, möglicherweise mitbetroffenen Bauch- und Beckenorgane beispielsweise vor einer Korrekturoperation ist die MRT

Zysten des Gebärmutterhalses

Zysten sind häufig auftretende, flüssigkeitsgefüllte Einschlüsse im Gebärmutterhals, die keinen krankhaften Wert besitzen. Wenn sie in großer Zahl vorkommen, können sie bei der klinischen Untersuchung als Tumoren fehlinterpretiert werden. Die Methode der Wahl zur Darstellung und Beurteilung der Zysten des Gebärmutterhalses, auch Ovula Nabothi genannt ist die MRT

Myome

Myome sind gutartig und die häufigsten Tumoren der Gebärmutter. Sie können überall in der Gebärmutter und in unterschiedlicher Größe auftreten. Häufiger sind sie symptomlos. Sie können aber auch Schmerzen, Störungen der monatlichen Blutung oder der Fruchtbarkeit bzw. Probleme in der Schwangerschaft verursachen.

Sie werden dann medikamentös, interventionell z.B. mittels Embolisation oder operativ behandelt. Die MRT istdie Methode der Wahl zur Darstellung der Myome und in der Verlaufskontrolle unter nicht-operativer Therapie.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Seite Myome, dort werden Behandlungsmöglichkeiten erklärt. 

Adenomyosis

Adenomyosis ist eine häufig auftretende, gutartige Störung im Aufbau der muskulären Wand des Gebärmutterkörpers. Meist verursacht sie keine Beschwerden. Sie kann gelegentlich auch zu Schmerzen, Störungen der monatlichen Blutung oder der Fruchtbarkeit führen.

Analog zu den Myomen kann sie medikamentös, durch eine Embolisation oder operativ behandelt werden. Die MRT stellt die bildgebende Methode der Wahl zur Darstellung einer Adenomyosis dar. Oft ist diese im gynäkologischen Ultraschall nicht gut zu beurteilen. 

Endometriose

Endometriose ist durch das Auftreten von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutterhöhle gekennzeichnet. Sie kann prinzipiell überall im Körper vorkommen, befindet sich jedoch typischerweise an den Organen des kleinen Beckens und am häufigsten an den Eierstöcken. Da sie ähnlichen hormonabhängigen zyklischen Einflüssen unterliegt wie die normale Gebärmutterschleimhaut, kann es durch Endometriose ausgelöst zu zyklusabhängigen Schmerzen kommen.

Neben der medikamentösen Therapie bleibt oft nur die Operation zur Entfernung dieser Schleimhautinseln. Die MRT ist die Methode der Wahl, um präoperativ die Ausdehnung der Endometriose zu beurteilen und liefert vor allem beim Verdacht einer Darmbeteiligung wichtige Informationen. Hierbei werden vor allem die Blut-enthaltenden, sogenannten Schoko-Zysten mit hoher Sicherheit erkannt. Die flachen Auflagerungen der Endometriose sind hingegen schwieriger zu erkennen. Da die Endometriose mit 10 % relativ häufig vorkommt, stellt sie auch gelegentlich einen zufälligen MRT-Befund dar. 

Gebärmutterkrebs

Syn. Gebärmutterkarzinom, Corpuskarzinom, Endometriumkarzinom. Er ist der häufigste bösartige Tumor des weiblichen Genitaltrakts, der eher im höheren Alter (nach dem Ende der monatlichen Blutung) auftritt und von der Schleimhaut des Gebärmutterkörpers ausgeht. Typischerweise verursacht der Gebärmutterkrebs im Verlauf Blutungsstörungen. Der Gynäkologe erkennt im transvaginalen Ultraschall eine verbreiterte Schleimhaut der Gebärmutter. Die Diagnose wird dann mittels Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut (Kürettage) gesichert.

Die MRT wird als weiterführende bildgebende Methode eingesetzt, wenn der Verdacht auf ein die Gebärmutter überschreitendes Tumorwachstum besteht, da dann ein anderes therapeutisches Vorgehen nötig ist. Statt einer primären Operation wird dann zunächst eine Chemotherapie durchgeführt. Eine Verbreiterung der Gebärmutterschleimhaut kann auch zufällig in der MRT diagnostiziert werden. In diesen Fällen ist immer eine Ausschabung nötig, da in der MRT keine ausreichend sichere Unterscheidung zwischen einer einfachen Schleimhautverdickung, einem Schleimhautpolypen oder einem bösartigen Gebärmuttertumor möglich ist.

Dr. med. Uta Lemke

Gebärmutterhalskrebs

Syn. Zervixkarzinom, Gebärmutterkarzinom Es ist der dritt-häufigste bösartige Tumor des weiblichen Genitaltrakts, der im mittleren und im höheren Alter auftritt und von der Schleimhaut des Gebärmutterhalses ausgeht. Der Tumor verursacht erst spät Beschwerden, kann jedoch durch die Früherkennungssuntersuchung des Gynäkologen bereits in sehr frühem Stadium festgestellt werden. Die Probeentnahme sichert die Diagnose. Die MRT ist die Methode der Wahl, die lokale Ausdehnung der Tumors darzustellen, da dann eine Stadien-abhängige Therapie möglich ist.

Die Therapie umfasst operative Verfahren für kleine Tumoren oder eine Radio-Chemotherapie für fortgeschrittene Tumorerkrankungen. Für sehr kleine Tumoren bei jungen Frauen mit bestehendem Kinderwunsch existiert seit wenigen Jahren die Möglichkeit, durch eine sogenannte Trachelektomie-Operation den Gebärmutterkörper und Teile des Gebärmutterhalses zu erhalten und somit das Austragen von Schwangerschaften zu ermöglichen. Darüberhinaus ist die MRT die Methode der Wahl um ein erneutes lokales Tumorwachstum im Rahmen der Nachsorge (Abb.) auszuschließen.

Dr. med. Uta Lemke

Eierstocktumoren

Diese werden meist zufällig im Ultraschall entdeckt oder sie verursachen durch große Ausmaße Beschwerden. Die MRT ist Mittel der Wahl zur weiteren Untersuchung. Zunächst gilt es, normale Funktionszysten der Eierstöcke, die 3-4 cm groß werden können, von wahren Tumoren zu unterscheiden. Große Funktionsszysten sollten lediglich nach 3 Monaten im Ultraschall kontrolliert werden. Auch Manifestationen einer Endometriose verursachen zystische Raumforderungen. Die eigentlichen Tumoren der Eierstöcke sind vielfältiger Natur.

Die MRT ist die Methode der Wahl zur Abbildung der Ausdehnung des Tumors im kleinen Becken und zur Darstellung eines bösartigen Tumorwachstums. Schließlich kann durch Zusammenschau des Erscheinungsbilds des Tumors, eines ein- oder beidseitigen Befalls der Eierstöcke und des Alters der Patientin mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf die eigentliche Herkunft des Tumors geschlossen werden. Die sichere Diagnose muss dann nach operativer Tumorentfernung erfolgen. Eine diagnostische Ausnahme stellt das gutartige Teratom des Eierstocks dar, das durch seinen Fettgewebsanteil eindeutig von den übrigen Eierstocktumoren differenziert werden kann. Besonders häufig treten gut- und bösartige epitheliale Tumoren, wie das Adenom / Adenokarzinom des Eierstocks auf. Die MRT ist in der Nachsorge erste Wahl zum Rezidivausschluss.