Behandlungsmöglichkeiten für Prostatakarzinome

In den folgen Abschnitten finden Sie detaillierte Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten für Prostatakarzinome. 

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Welche Therapieformen gibt es?

Die Behandlungsmöglichkeiten des Prostatakarzinoms richten sich nach dem Tumorstadium und variieren im Einzelfall erheblich. Faktoren wie Alter des Patienten und der allgemeine Gesundheitszustand, Krebsstadium und etwaige Metastasierung sowie mögliche Nebenwirkungen einer Behandlung spielen eine wichtige Rolle. Insbesondere für die nicht-metastasierten Prostatakarzinome kommen die Operation (radikale Prostatektomie), Bestrahlung (Radiotherapie) unter Umständen aber auch die Hormonbehandlung in Betracht. Alternativ stehen neben der externen Strahlentherapie, die Brachytherapie (Bestrahlung von innen), die Kryoablation, oder die IRE (irreversible Elektroporation) zur Verfügung. Eine weitere mögliche Behandlungsalternative ohne eine spezifische Therapie ist die sogenannte aktive Überwachung („active surveillance“). (siehe unten). Welche Therapieformen des Prostatakarzinoms letztendlich im Einzelfall angewandt wird, sollte interdisziplinär diskutiert und festgelegt werden. 

Was ist die fokale Therapie von Prostatakarzinomen und welche Rolle spielen minimal-invasive Behandlungsmöglichkeiten?

Radikale Therapien wie die Prostatektomie und die Bestrahlung können mit Komplikationen einhergehen, da wichtige anatomische Strukturen, die die Prostata umgeben und für die Erektionsfähigkeit des Penis (Potenz) und die Kontrolle der Blasenentleerung (Harnkontinenz) verantwortlich sind, bei der Therapie beeinträchtigt werden können. Aus diesem Grund haben auch bei der Behandlung des Prostatakarzinoms schonendere, fokale Therapien, mit denen sich wichtige Umgebungsstrukturen (z.B. Nerven) meist schonen lassen, zunehmend an Interesse gewonnen. Fokale Therapien sind Verfahren, bei denen lokalisierte Tumore gezielt zerstört werden während das umliegende, gesunde Gewebe weitestgehend verschont bleibt. Zu den fokalen Therapieformen beim Prostatakarzinom zählen u.a. die Radiofrequenzablation, bei der zielgenau Hitze über eine Sonde appliziert und das Tumorareal so zerstört wird, die HIFU und die Kryotherapie. Eine weitere neuere fokale Therapieoption ist die Irreversible Elektroporation (IRE), bei der mittels dünner Nadeln, die durch die Haut eingeführt werden, starke, örtlich begrenzte elektrische Felder im Tumorgewebe generiert werden, die winzige Öffnungen in den Zellwänden verursachen und dadurch den Tumor abtöten.

Der große Vorteil der IRE gegenüber anderen Therapien ist, dass bei dieser Technik nicht-zelluläre Gewebebestandteile geschont werden. Blutgefäße, die Harnröhre und Nerven bestehen außer zellulären Bestandteilen auch aus einer komplexen und stabilen Gewebematrix, die eine Regenerierung der Zellen nach der Therapie mittels IRE ermöglicht. Somit werden diese wichtigen Strukturen bei der IRE weitestgehend geschont, wodurch Erektion und Kontinenz meist erhalten bleiben. Die IRE des Prostatakarzinoms positioniert sich zwischen der „aktiven Überwachung“ des Patienten und den „radikalen“ Therapien. Bei Patienten mit niedrigem Risiko ist derzeit die Therapie der Wahl die „aktive Überwachung“, bei der keine gegen den Krebs gerichtete Therapie erfolgt, sondern der Tumor in regelmäßigen Abständen kontrolliert wird. Die IRE richtet sich an diese Patientengruppe und stellt eine effektive und zugleich schonende Therapieoption dar. Bei größeren und/oder aggressiveren Tumoren sollte jedoch die Behandlung der gesamten Prostata in Form einer Prostatektomie oder Bestrahlung erfolgen.

Nähere Informationen erhalten Sie auf unserer Homepage zur Minimal-Invasiven Tumortherapie: zur Webseite: http://www.mitt-berlin.de/

... sowie auf der Homepage des Interdisziplinären Prostatakrebszentrums unserer urologischen Kollegen

Was ist die fokale Therapie von Prostatakarzinomen und welche Rolle spielen minimal-invasive Behandlungsmöglichkeiten?

IRE Schema
IRE Schema
Abbildung 9a. MR-Ultraschall 3D Fusionsbilder eines Patienten mit Prostatakarzinom (a) vor und (b) nach fokaler IRE-Therapie. (a) Die tumorverdächtige, signalabgesenkten Läsion in der peripheren Zone links ventral (a, grüner Kreis), kann gezielt anvisiert und mittels IRE zerstört werden. (b) Nachdem die Läsion behandelt wurde, ist kein tumorverdächtiges Restgewebe mehr erkennbar. Der Pfeil im entsprechenden Ultraschallbild (unten rechts) zeigt auf das durch die IRE zerstörte Tumorareal ohne vitales Tumorrestgewebe. Die Histologie ergab hier ebenfalls ein azinäres Adenokarzinom der Prostata.
Abbildung 9a. MR-Ultraschall 3D Fusionsbilder eines Patienten mit Prostatakarzinom (a) vor und (b) nach fokaler IRE-Therapie. (a) Die tumorverdächtige, signalabgesenkten Läsion in der peripheren Zone links ventral (a, grüner Kreis), kann gezielt anvisiert und mittels IRE zerstört werden. (b) Nachdem die Läsion behandelt wurde, ist kein tumorverdächtiges Restgewebe mehr erkennbar. Der Pfeil im entsprechenden Ultraschallbild (unten rechts) zeigt auf das durch die IRE zerstörte Tumorareal ohne vitales Tumorrestgewebe. Die Histologie ergab hier ebenfalls ein azinäres Adenokarzinom der Prostata.

Radikale Therapien wie die Prostatektomie und die Bestrahlung können mit Komplikationen einhergehen, da wichtige anatomische Strukturen, die die Prostata umgeben und für die Erektionsfähigkeit des Penis (Potenz) und die Kontrolle der Blasenentleerung (Harnkontinenz) verantwortlich sind, bei der Therapie beeinträchtigt werden können. Aus diesem Grund haben auch bei der Behandlung des Prostatakarzinoms schonendere, fokale Therapien, mit denen sich wichtige Umgebungsstrukturen (z.B. Nerven) meist schonen lassen, zunehmend an Interesse gewonnen. Fokale Therapien sind Verfahren, bei denen lokalisierte Tumore gezielt zerstört werden während das umliegende, gesunde Gewebe weitestgehend verschont bleibt. Zu den fokalen Therapieformen beim Prostatakarzinom zählen u.a. die Radiofrequenzablation, bei der zielgenau Hitze über eine Sonde appliziert und das Tumorareal so zerstört wird, die HIFU und die Kryotherapie. Eine weitere neuere fokale Therapieoption ist die Irreversible Elektroporation (IRE), bei der mittels dünner Nadeln, die durch die Haut eingeführt werden, starke, örtlich begrenzte elektrische Felder im Tumorgewebe generiert werden, die winzige Öffnungen in den Zellwänden verursachen und dadurch den Tumor abtöten. 

 

Der große Vorteil der IRE gegenüber anderen Therapien ist, dass bei dieser Technik nicht-zelluläre Gewebebestandteile geschont werden. Blutgefäße, die Harnröhre und Nerven bestehen außer zellulären Bestandteilen auch aus einer komplexen und stabilen Gewebematrix, die eine Regenerierung der Zellen nach der Therapie mittels IRE ermöglicht. Somit werden diese wichtigen Strukturen bei der IRE weitestgehend geschont, wodurch Erektion und Kontinenz meist erhalten bleiben. Die IRE des Prostatakarzinoms positioniert sich zwischen der „aktiven Überwachung“ des Patienten und den „radikalen“ Therapien. Bei Patienten mit niedrigem Risiko ist derzeit die Therapie der Wahl die „aktive Überwachung“, bei der keine gegen den Krebs gerichtete Therapie erfolgt, sondern der Tumor in regelmäßigen Abständen kontrolliert wird. Die IRE richtet sich an diese Patientengruppe und stellt eine effektive und zugleich schonende Therapieoption dar. Bei größeren und/oder aggressiveren Tumoren sollte jedoch die Behandlung der gesamten Prostata in Form einer Prostatektomie oder Bestrahlung erfolgen. 

Welche Rolle spielt die MRT bei der Anwendung fokaler Therapieformen bei Prostatakrebs?

Um überhaupt festzustellen, ob eine fokale Therapie für den einzelnen Patienten in Frage kommt, muss zuvor eine MRT der Prostata erfolgen. In der MRT können kleine suspekte Tumorareale ab einer Größe von ca. 5 mm lokalisiert werden. Eine vorherige bioptische Sicherung ist vor jeder Therapie obligat. Zudem kann mit der MRT neben der genauen Lage des Tumors die Größenausdehnung und mögliche Umgebungsinfiltration bestimmt werden. Aggressivere Tumorformen in späten Stadien sowie metastasierte Karzinome kommen meist für eine fokale Therapie nicht in Frage. Darüberhinaus spielt die Prostata-MRT insbesondere eine entscheidende Rolle in der Planung und Durchführung der minimal-invasiven Therapieformen (z.B. der irreversiblen Elektroporation). Bei der Beurteilung des Therapieerfolges, bei Staginguntersuchungen sowie in der Nachsorge kommt der MRT eine wichtige Rolle zu.

Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) – welche Rolle spielt die MRT?

Bei Patienten mit Prostatakrebs ist die radikale Prostatektomie eine weit verbreiterte Behandlungsoption, insbesondere bei fortgeschrittenem Tumorbefund. Die MRT kann hier feststellen, wie weit sich der Tumor innerhalb der Prostata ausdehnt oder ob eine Umgebungsinfiltration besteht.

Eine radikale Prostatektomie bedeutet nicht immer die vollständige Heilung der Erkrankung. In ca. 10 % bis 20 % der Patienten verbleiben trotz vollständiger Entfernung der Prostata residuelle Tumorzellen im Körper. Die Rolle der MRT im Therapieverlauf liegt vor allem in der Erkennung von Karzinomrezidiven (bei postoperativ erneut ansteigenden PSA-Werten), sowie in der Beurteilung des Therapieerfolges nach Operation, Radiotherapie oder fokaler Therapie. 

Aktive Überwachung - „active surveillance“. Welche Rolle spielt die MRT?

Viele Prostatakarzinome werden in einem sehr frühen Stadium durch PSA-Tests, die Biopsie und/oder MRT erkannt. Diese Tumoren können langsam wachsen und stellen zunächst keine Gefahr für das Leben des Patienten dar, da sie vor allem bei älteren Patienten womöglich nie Symptome verursachen würden. Deshalb muss nicht immer sofort eine spezifische Therapie erfolgen. Da es jedoch schwierig sein kann vorherzusagen, welche Tumoren rasch wachsen und somit lebensbedrohlich und therapiebedürftig werden, können bereits diagnostizierte, nicht sehr aggressive Tumore „aktiv überwacht“ werden („active surveillance“). Durch aktive Überwachung können so Nebenwirkungen und Risiken einer spezifischen Therapie vermieden werden. Gerade die MRT nimmt in der aktiven Überwachung des Tumors eine zunehmend wichtige Rolle ein, da neben der Bestimmung des PSA-Wertes und Biopsien Staginguntersuchungen mittels MRT zur Beurteilung der Tumorausdehnung erfolgen können.