DISCHARGE - Projekt der EU

DISCHARGE ist ein multinationales EU-Verbundforschungsprojekt. Das Konsortium des Projekts besteht aus 31 Partnern in 18 europäischen Staaten. Kern des Projekts ist eine pragmatische randomisierte kontrollierte Studie, an der 26 klinische Standorte aus 16 europäischen Ländern beteiligt sind. Das Projekt wird untersuchen, bei welchen Patienten mit Verdacht auf eine Koronararterienerkrankung aufgrund von stabilen Brustschmerzen, die Herz-Computertomographie (CT) oder Herzkatheterisierung am besten geeignet sind.

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Ziele des EU Projekts DISCHARGE

Die koronare Herzkrankheit ist die häufigste Todesursache in Ländern mit hohem Einkommen. Es ist mit einer verminderten Durchblutung der Herzkranzgefäße verbunden, die das Herz mit Sauerstoff versorgen. Diese verminderte Durchblutung kann Symptome von Brustschmerzen, Atemnot sowie eine verminderte Belastungstoleranz hervorrufen und birgt ein erhöhtes Risiko für einen Myokardinfarkt.

Die Herzkatheteruntersuchung ist der Referenzstandard für die Diagnose von Erkrankungen der Herzkranzgefäße und ermöglicht eine sofortige Therapie. Derzeit werden in der Europäischen Union jedes Jahr mehr als 3,5 Millionen Herzkatheteruntersuchungen durchgeführt. Nahezu 60 Prozent dieser minimalinvasiven Untersuchungen, rund 2 Millionen, führen zu keiner weiteren Behandlung, da die Patienten keine obstruktive epikardiale Koronarstenose aufweisen. In diesen Fällen könnte die Herz-CT eine praktikable Alternative zur Katheterisierung mit zusätzlichen Vorteilen für den Patienten sein.

Das Herz-CT ist eine nicht-invasive diagnostische Methode. Der Patient wäre geringeren Risiken ausgesetzt und die Untersuchung ist weniger belastend. Patienten können sich ambulant einer CT unterziehen, ohne im Krankenhaus bleiben zu müssen. Zusätzlich ermöglicht die Herz-CT den Nachweis von Plaques in den Koronararterien sowie anderer nicht kardialer Ursachen für Beschwerden wie z. B. Aortendissektion, Lungenarterienembolie. Diese zusätzlichen Informationen können zu Änderungen der Behandlung, Änderungen der Medikation und Empfehlungen für Risikofaktoränderungen führen.

DISCHARGE hat das Potenzial, aktuelle Standards und Leitlinien sowie Erstattungsentscheidungen zu beeinflussen und das Bewusstsein von Patienten, Gesundheitsdienstleistern und Entscheidungsträgern in Europa für die Wirksamkeit und Kostenwirksamkeit von Herz-CT zu stärken. Das Projekt wird mit sechs Millionen Euro von der Europäischen Union finanziert. Es begann im Februar 2014 und wird sechs Jahre dauern. Es wird koordiniert von der Klinik für Radiologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin (Koordinator: Prof. Dr. Marc Dewey).

Link: https://www.dischargetrial.eu/