Computertomographie-gesteuerte Punktionen

Computertomographie (CT)-gesteuerte Punktionen ermöglichen die Entnahme von kleinsten Gewebeproben aus Organen oder Körperhöhlen ohne Operation.

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Kurzinformation zu CT-gesteuerten Punktionen

Die Gewebeprobe wird mit einer kleinen Nadel entnommen, die vorher im gewünschten Gewebe platziert wurde. Um die genaue Platzierung zu erreichen, bedient man sich der Computertomographie als „Navigationsgerät“, so dass man alle in der Nähe befindlichen Organe und die Nadel während der Entnahme gut sehen kann.

Für die Punktion reicht in der Regel eine lokale Betäubung an der Haut, über die der Zugang zum Organ erfolgt. Während des Eingriffes können zusätzlich Beruhigungs- und Schmerzmittel über eine Armvene verabreicht werden, sind aber in der Regel nicht notwendig. Bei Patienten, die nicht kooperationsfähig sind, zum Beispiel wegen schlechten Allgemeinzustandes oder starker Platzangst, kann der Eingriff unter Allgemeinnarkose durchgeführt werden. Dafür ist eine stationäre Aufnahme nötig. Ausgewählte Punktionen können auch ambulant erfolgen. 

Telefonische Anmeldung

Frau Gerlach t: +49 30 450 527235, f: +49 30 450 7 553 928

Patientenanfragen
Charité - Universitätsmedizin Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Klinik für Radiologie 
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin

Indikationen

Die klassische Indikation für eine CT-gesteuerte Punktion ist eine Veränderung, deren Zuordnung nicht klar ist. Um genaue Auskunft über Herkunft, Art und Gefährlichkeit dieses Gewebes bekommen zu können, müssen Teile des Gewebes unter dem Mikroskop untersucht werden. Dadurch erhält man ein klares Bild über das Gewebe und kann in vielen Fällen auch gleich abschätzen, welche Therapiemöglichkeiten sich ergeben.

Ablauf der Punktion

Röntgenbild CT-Punktion
Röntgenbild CT-Punktion

Nach Aufklärung und Einwilligung in die Untersuchung wird der Patient auf der CT-Trage bequem gelagert. Hierbei kann sowohl die Bauch- als auch die Rückenlage sinnvoll sein, je nachdem wo der Eingriff geplant ist. 

Um eine Übersicht zu bekommen und den Eingriff planen zu können wird vor der Punktion eine Übersicht des entsprechenden Organsystems erstellt, die sich von regulären Computertomographieuntersuchungen nicht unterscheidet. Im Anschluss wird die Stelle der Punktion markiert und desinfiziert. Um das Eindringen von Erregern in den Körper zu erschweren wird die Stelle noch mit sterilen Tüchern abgeklebt. Es folgt eine lokale Betäubung des Areals. Im Anschluss wird die Nadel selber, in machen Fällen für mehrere Punktionen mit Hilfe einer Führungsnadel in das zu punktierende Gewebe vorgebracht. 

leinste Teile des Gewebes werden mit der Nadel entnommen und in Fixierlösung gebracht. Je nach Gewebeart kann es möglich sein, mehrere Proben aus verschiedenen Stellen entnehmen zu müssen. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, sichere Aussagen über das Gewebe machen zu können. Ist genügend Gewebe entnommen worden, wird die Nadel entfernt und die Punktionsstelle durch Druck vor Blutungen bewahrt. Zur bestmöglichen Sicherheit unserer Patienten bleiben sie nach einer ambulanten Punktion noch für einige Zeit in unserem Überwachungsbereich. Stationäre Patienten werden auf ihren Stationen überwacht. Vor der Entlassung kann es möglich sein, dass mögliche Komplikationen durch Röntgenuntersuchungen ausgeschlossen werden sollen. Dies erfolgt in der Regel innerhalb der ersten vier Stunden nach dem Eingriff. 

Aufklärung und Risiken

Aufklärung

Im Rahmen der Aufklärung wird Sie Ihr behandelnder Arzt allgemein über den Eingriff informieren und Ihnen den Sinn des geplanten Eingriffs, das technische Vorgehen, die möglichen Risiken und Nebenwirkungen sowie die Nachkontrolle erläutern. Was der Arzt wissen muss, damit er Gefahrenquellen rechtzeitig erkennen und persönliche Risiken besser abschätzen kann:

Sind bei Ihnen Allergien oder allergische Reaktionen bekannt (z.B. gegen Medikamente, örtliche Betäubungsmittel)? Sind bei früheren Untersuchungen mit Röntgenkontrastmittel Hautausschlag, Kreislaufreaktionen oder Juckreiz aufgetreten?

  • Leiden Sie an einer der folgenden Krankheiten? 
  • Überfunktion der Schilddrüse 
  • erhöhte Blutungsneigung 
  • Herzerkrankung 
  • Lungenhochdruck 
  • Diabetes (Zuckerkrankheit) 
  • Nierenerkrankung 
  • bösartige Blutkrankheit (z.B. Plasmozytom) 
  • Infektionskrankheit (z.B. Hepatitis)

Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein (z.B. Marcumar, Aspirin)?

Könnten Sie schwanger sein?

Risiken und unerwünschte Nebenwirkungen
Das zu punktierende Gewebe kann in der Nähe von (anderen) Organen oder Gefäßen lokalisiert sein. Trotz aller ärztlichen Bemühungen kann es passieren, dass bei der Punktion diese verletzt werden. Durch die unmittelbare Kontrolle der Punktion mit der CT ist dieses Risiko minimiert. In den meisten Fällen ist die Verletzung des Gewebes so gering, dass keine behandlungsbedürftigen Komplikationen auftreten. Selten muss der Blutverlust durch Bluttransfusionen ersetzt werden oder eine chirurgische Operation erfolgen, bei der die Blutung gestillt wird.

Bei Punktionen der Lunge kann Luft zwischen das Brustfell und die Lunge eindringen, so dass die Lunge teilweise zusammenfällt. Für diesen Fall steht eine Drainage zur Verfügung, mittels derer diese Luft wieder entfernt werden kann, so dass sich die Lunge wieder entfaltet. In besonderen Ausnahmefällen bleibt eine solche Drainage vorübergehend an der Lunge, um durch ständigen Sog ein erneutes Zusammenfallen zu verhindern.

Selten treten bei der CT Unverträglichkeitsreaktionen gegen das Röntgenkontrastmittel auf. Überwiegend handelt es sich dabei um vorübergehende Störungen des Wohlbefindens, wie beispielsweise Schwindel oder leichte Übelkeit. Hautrötung, Juckreiz, Quaddelbildung sind die häufigsten allergischen Reaktionen. In sehr seltenen Fällen kann es jedoch auch zu einer Beeinträchtigung der Atmung und des Kreislaufsystems kommen.